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Inhalt

Das Ehepaar Sacchetti bezieht ein neues Haus auf dem Lande, um über den Tod ihres Sohnes Bobby hinwegzukommen. Anne glaubt bald darauf, dessen Präsenz in dem Haus zu spüren. Zudem verfügt ihr neues Zuhause über eine unschöne Vergangenheit. Ihre Freunde May und Jacob, die sich mit spirituellen Dingen bestens auskennen, sollen Klarheit schaffen.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

An und für sich ist es erstaunlich, dass das Haunted House-Genre immer wieder neu belebt wird. Sein wir doch mal ruhig ehrlich: Seit dessen Erfindung hat es sich wenig entwickelt und ist seit Jahrzehnten inhaltlich komplett zum Stillstand gekommen. Kleinere Abweichungen hier und da, das Muster ist fast immer gleich. Eine Familie – gerne mit irgendeinem tragischen Schicksalsschlag behaftet – wird in ihrem (vornehmlich frisch bezogenen) Domizil von einer überirdischen Bedrohung heimgesucht. Wenn nichts mehr hilft, kommen die Experten ins Haus und der Spuk geht erst so richtig los. Fertig.

„We Are Still Here“ von Spielfilmdebütant (als Regisseur) Ted Geoghegan verfährt exakt nach diesem Muster. Nutzt gerne und ausgiebig Klischees, setzt kompromisslos auf alles Altbekannte und wer auf der Suche nach Innovationen ist, braucht sich mit diesem Film grob betrachtet nicht aufhalten. Interessant wird es erst, wenn das WIE betrachtet wird. Retro ist scheinbar wieder im Kommen und „We Are Still Here“ ist so angenehm „altbacken“, dass er Schatten des Hochglanz-Horror für die große Leinwand sich anfühlt wie ein guter, alter Bekannter, mit dem man gerne ein oder zwei Gläser Whiskey kippt. Erst neulich erschien der türkische Höllentrip „Baskin“ fast wie aus der Zeit gefallen mit seinen „Hellraiser“-Anleihen, nun erlebt auch das Haunted House eine Reise zurück. In der ersten Hälfte damit in der Nähe von Ti West’s Meisterwerk „The House of the Devil“, wenn auch nicht ganz so streng zurückgekoppelt (bei West glaubte man bereits im grobkörnigen Opener versehentlich einen Film von 1973 statt 2009 erwischt zu haben) und subtil-schleichend in seiner unheimlichen Ruhe. In ihrem Vorgehen als Hommage sind sie sich sehr einig. Nicht zufällig verlagert Geoghegan seine Handlung in die späten 70er, ohne dass es die Geschichte zwingend erfordern würde oder er direkt darauf hinweist, das muss er auch gar nicht.

Ohne dass der Handlungszeitraum einmal explizit erwähnt wird, allein das Setdesign mit dem schmucken Einrichtungsstil aus Omas guter Stube und dem Verzicht auf jeglichen technischen Segen der modernen Welt spricht eine unmissverständliche Sprache. Seine Vorliebe für in die Jahre gekommenes B-Movie-Kino trägt der Regisseur mit stolzer Brust zur Schau, auch mit seiner Hauptdarstellerin Barbara Crampton, die Genre-Fans besonders durch ihre Arbeiten mit Stuart Gordon („Der Re-Animator", „From Beyond - Aliens des Grauens“, "Castle Freak“) ein Begriff sein dürfte. Mag die Story im ersten Moment sehr abgedroschen klingen – was sie im Grunde auch ist – und auf weite Strecken wie in Stein gemeißelt, auch dann schon kann „We Are Still Here“ sich durch eine kompetente Umsetzung generell sehen lassen. Eine bedrückende Schwere liegt von Anfang an wie eine Schneedecke auf dem Geschehen, das Tempo ist angenehm gedrosselt, Jumpscares werden weitestgehend vermieden. Es darf natürlich gerne mal gezuckt werden, grundsätzlich arbeitet der Film mit seiner Stimmung, die er vernünftig zu transportieren weiß, insbesondere durch einen schön unbehaglichen Klangteppich. Wie bereits erwähnt, etwas Neues passiert nicht und so droht „We Are Still Here“ trotz einer feinen Ästhetik und dem Bemühen für pures, schlichtes Horrorkino in grober Schönheit zu sterben. Bis der Spieß überraschend radikal im Auge rumgedreht wird.

Im Schlussdrittel wird plötzlich das Gaspedal mit einem Ruck durchgetreten und ein bis dato eher gemäßigter Gruselfilm explodiert förmlich in wildem 80er-Jahre-Gore mit verrückten Dorfbewohnern und angepissten (weil leicht überhitzten) Höllenwesen. In Windeseile entsteht ein Mix aus Exorzismus-, Home-Invasion-, Exploitation- und Splatterfilm…immer noch im Haunted House-Gewand (und von der FSK uncut mit einer 16er-Freigabe durchgewunken, das Jahr fängt gut an). Ein gewisser Stilbruch, der überraschend, aber nicht unpassend daherkommt. Damit beweist Geoghegan erneut Genre-spezifisches-, geschichtliches Gespür und noch mehr, dass er sich und seinen Film auf eine entspannte Art nicht ganz so ernst nimmt. Er kennt und schätzt den Horrorfilm und tobt sich jetzt quer durch dessen Möglichkeiten aus. Das hat was und nicht zuletzt ein gesundes Maß an (Selbst)Ironie, die der Konkurrenz ganz oft schmerzlich abgeht.

Fazit

Back to the Roots: Neuerfinden kann man das Genre nicht, also feiern wir seine Vergangenheit. Keine unerklärlichen Handyfunklöcher, kein Internet, dafür ein verfluchtes Haus mit reichlich Leichen im Keller und einer extrem ungastlichen Nachbarschaft. Ein Film für Fans ohne viel Schnickschnack und vielen alten Ideen, die ohne große Eitelkeit und falschen Anspruch zu einem sachkundigen Allerlei angerichtet werden. Absolut brauchbar. Ambitioniert, leicht flapsig und mit Bodenhaftung, abseits blinder Eitelkeit.

Autor: Jacko Kunze

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