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In den 1930er Jahren zieht der junge Bobby aus der Bronx nach Hollywood, wo er sich in die Sekretärin seines mächtigen Onkels verliebt. Als er aber gezwungen ist, wieder nach New York zurückzukehren, taucht er dort in das aufregende Nachtleben der High Society ein.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

2016 ist ein gutes Jahr für Fans von Woody Allen (Manhattan). Wie von den vergangenen Jahrzehnten ohnehin gewohnt veröffentlicht der Regisseur auch in diesem Jahr wieder einen neuen Film. Daneben darf man aber auch auf seine erste Serie gespannt sein. Von Amazon wurde Allen für Crisis in Six Scenes beauftragt, eine sechsteilige Serie, für die er alle Folgen selbst schrieb und inszenierte. Während Allens Seriendebüt am 30. September über Amazon Video veröffentlicht wird, folgt im November bei uns in den Kinos zusätzlich auch wieder ein neuer Film von ihm, wobei sich Amazon ebenfalls die Rechte für diesen gesichert hat. 

In Café Society schwelgt der Regisseur in den goldenen Zeiten der Vergangenheit und kehrt in die Hollywood-Ära der 30er-Jahre zurück. Allen erzählt die Geschichte eines jungen, jüdischen Juweliersohns, der aus der Bronx nach Los Angeles reist. Genauso wie viele andere junge Menschen zu dieser Zeit träumt auch Bobby vom großen Durchbruch als Schauspieler, wobei ihm sein Onkel Phil ein paar Türen öffnen soll, denn der ist ein erfolgreicher Casting-Agent und lebt den großen Traum von Reichtum, Reisen und Partys. Diese Illusion platzt für Bobby allerdings recht früh, denn kaum ist er in Hollywood angekommen, hat sein Onkel nicht nur wochenlang keine Zeit für ihn, sondern nach dem ersten Gespräch auch keine Schauspielangebote. Bobby verbringt seine Zeit trotzdem alles andere als schlecht, denn Phils Sekretärin Vonnie zeigt ihm die Stadt und er verliebt sich sofort in die junge Frau, die sich vom Glamour Hollywoods gänzlich unbeeindruckt zeigt und ihn lieber an die romantischen, ruhigeren Orte führt. 

Allens mittlerweile 47. Film ist in erster Linie ein Fest für die Augen. Mit der Unterstützung von Kamera-Legende Vittorio Storaro zaubert der Regisseur fantastische Bilder der goldenen Ära Hollywoods, die ihrem Namen in beinahe jeder Einstellung gerecht wird. Café Society lässt die Traumfabrik vor den Augen des Zuschauers in glänzender Pracht erstrahlen, wenn er seine Figuren in edlen Kostümen durch warme, sonnendurchflutete Sets schreiten lässt, während jedes Restaurant, jede überbordende Poolparty und jeder Straßenzug den Glanz vergangener Tage erneut aufleben lässt. Inhaltlich zählt der Streifen dagegen zu den seichteren Werken des Regisseurs, der im Vergleich mit dem tollen Vorgänger "Irrational Man", in dem Allen Joaquin Phoenix (Her) als Philosophie-Professor in eine Sinnkrise schickte, die sich nur durch mörderische Allüren löste, mit deutlich weniger Biss daher kommt. 

Hauptdarsteller Jesse Eisenberg (The Social Network) wirkt wieder einmal wie eine jüngere Version von Allen selbst, der diesmal in Form von Voice-over-Begleitung zu hören ist. Trotz neurotischer, hibbeliger Macken ist Eisenbergs Bobby aber eine Figur, die keine richtige Energie entwickelt und den gewohnten Charme der typischen Allen-Protagonisten vermissen lässt. Nur im Zusammenspiel mit Kristen Stewart (American Ultra), die hier eine wunderbare Leistung zeigt, erhält Café Society knisternden Charme und die gewohnte Leichtfüßigkeit des Regisseurs, die sich auch in den locker geschriebenen Dialogen zeigt. In seinem Kern, abgesehen von einigen interessanten Nebenfiguren und kleineren Handlungssträngen, die nur am Rande eine Rolle spielen, dreht sich der Streifen aber letztlich nur um ein doppeltes Liebesdreieck, bei dem der Regisseur seine Geschichte in zwei Hälften zerfallen lässt. Nach dem anfänglichen Hollywood-Segment kehrt Allen nach New York zurück, wo der Film etwas an Glanz und Fahrt verliert, wenn Eisenbergs Bobby wieder stärker in den Fokus rückt, Stewarts Sympathie sowie Steve Carells (Foxcatcher) amüsante Gerissenheit spürbar fehlen und die Geschichte entspannt, aber ohne wirklich nennenswerte Höhepunkte vor sich hin plätschert. 

Am Ende hinterlässt Café Society gemischte Eindrücke beim Betrachter. Obwohl der Film die Markenzeichen des Regisseurs, also Jazz-Musik, flotte Dialoge, lockeren Wortwitz und viele prominente Darsteller in sich vereint, will der Funke trotz der tollen Bilder und einigen gelungenen Einzelszenen nie so richtig überspringen, weshalb der Streifen kurzweilig ausgefallen ist, aber ganz klar zu den seichteren, vergessenswerten Werken von Woody Allen zählt.

Fazit

In seinem Spätwerk werden die Filme von Woody Allen ja gerne mal in qualitativ hervorstechende oder seichtere Arbeiten unterteilt. Nach dem wirklich sehr guten "Irrational Man" fällt "Café Society" nun leider wieder unter die Kategorie der seichteren Filme, denn trotz der bezaubernden Bilder von Vittorio Storaro, einem lockeren Erzählfluss und einigen gelungenen Einzelmomenten will der Funke nie so richtig überspringen, was sicherlich an der zu simplen Geschichte und einem Hauptcharakter liegt, dem Jesse Eisenberg nicht immer den gewohnten Charme der typischen Allen-Hauptfiguren verleihen kann.

Autor: Patrick Reinbott

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