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Antoine und Laurent sind alte Freunde. Gemeinsam mit ihren Töchtern Louna (17) und Marie (18) verbringen sie die Ferien auf Korsika. Eines Abends am Strand verführt Louna Laurent. Das Mädchen ist schrecklich verliebt, doch für Laurent war die Sache nur ein einmaliger Ausrutscher. Doch wie lange wird das Geheimnis geheim bleiben?
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Es gehört für französische Komödien heutzutage schon fast zum guten Ton, mit dem Film „Ziemlich beste Freunde“ zu werben. Und dies nicht zu unrecht. Mit „Ziemlich beste Freunde“ wurde das Genre gänzlich umgeworfen. Komödien über Tabuthemen sind tatsächlich unverbraucht. In den heutigen Zeiten, wo man ständig darüber nachdenken muss ob ich über etwas lachen darf oder damit gegen die gesellschaftlichen Standards verstoße, sind die Komödien aus Frankreich eine überraschend schöne Abwechslung. So werden Tabuthemen wie Behinderung („Ziemlich beste Freunde“) oder auch Rassismus („Monsieur Claude und seine Töchter“) humoristisch, aber nie albern oder abgedroschen behandelt. Mit dieser Konkurrenz haben es andere Komödien aus Frankreich natürlich nicht leicht, diesen Standard zu halten. Da muss die Werbetrommel gerührt werden. Und somit prangt auf dem Poster von „Der Vater meiner besten Freundin“ groß der Vermerk: "Die Nr. 1 Komödie aus Frankreich." Auch Francois Cluzet („Ziemlich beste Freunde“) spielt neben Vincent Cassel. Die Thematik selbst ist auch diesmal nicht leicht verdaulich. Sex mit einer Minderjährigen und zusätzlich mit der Tochter des besten Freundes. Wieder ein Tabuthema. Die Zeichen stehen also gut für „Der Vater meiner besten Freundin“, da alleine Cassel durch seine sympathische Art und Weise ein Publikumsmagnet ist, und dies nicht nur in Frankreich. Jedoch muss man vorab sagen, dass „Der Vater meiner besten Freundin“ etwa so viel mit einer Komödie gemeinsam hat, wie „Braindead“ mit einem gefühlvollen Familiendrama.

Dies ist einer der wichtigsten Punkte, mit denen sich das potentielle Publikum von „Der Vater meiner besten Freundin“ vorab auseinander setzen sollte. Hier wird nicht gelacht. Hier wird nicht einmal geschmunzelt. Es handelt sich mehr um ein Drama, welches hier und da auch schon Ansätze des Thrillers beinhaltet. Humoristische Ansätze, und davon gibt es äußerst wenig, werden fast immer direkt im Keim erstickt und können sich nicht entfalten. Somit kann es passieren, dass man mit den völlig falschen Erwartungen ins Kino geht und eine herbe Enttäuschung erlebt. Doch wichtig ist ja bekanntlich die Frage, ob es sich um einen guten oder schlechten Film handelt. Und genau hier liegt das Problem. Man kann es nicht wirklich sagen.

Mit der Auswahl der Schauspieler, besonders der beiden männlichen Hauptdarsteller, hat man ein glückliches Händchen bewiesen und Frankreichs Elite zusammen gebracht. Nicht nur seit „Ziemlich beste Freunde“ ist Francois Cluzet ein etablierter und gern gesehener Schauspieler in Frankreich. Und über Vincent Cassel muss hier kein Wort verloren werden. Er ist Sympathieträger Nr. 1 aus Frankreich. Egal in welcher Rolle, man sieht ihm gerne bei seiner Arbeit zu. So auch hier. Als cooler Vater einer 18jährigen Tochter überzeugt er mal wieder auf ganzer Linie. Cluzet tut sich etwas schwer, die Rolle glaubhaft zu verkörpern. Seine Figur Antoine durchlebt im Film einen Wandel. Vom besorgten und strengen Vater zu einem fast besessenem Mann, welcher den Mann finden will, welcher mit seiner Tochter Sex hatte.  Kann Cluzet den ersten Part noch überzeugend darbieten, so geht ihm in der zweiten Hälfte die Luft aus. Es ist aber auch nicht leicht, neben der Präsenz von Cassel mitzuhalten und gleichwertig zu spielen. Auch die Töchter sind ideal besetzt. Mit Lola Le Lann als Minderjährige Loana (Tochter von Antoine / Cluzet) und Alice Isaaz als Marie (Tochter von Laurent / Cassel) hat der Regisseur Jean-Francois Richet ebenfalls ein glückliches Händchen bewiesen. Wobei hier Isaaz der Newcomerin Le Lann die Show stiehlt.

Doch wo liegt das Problem, wenn die Schauspielerauswahl passt und die Thematik grundsätzlich erst einmal nicht uninteressant ist? Die Inszenierung ist das Problem. „Der Vater meiner besten Freundin“ weiß zu keiner Zeit so wirklich, was er sein möchte. Eine Komödie schon mal auf keinen Fall. Also haben wir es eher mit einem Drama zu tun. Doch auch hier passiert etwas zu wenig. Die Ideen sind gut aber es scheitert an der Umsetzung. Es wird kein richtiger Fokus gelegt. Zusätzlich tauchen auch immer wieder andere Motive in dem Film auf. Nicht genug, dass Laurent durch einen kurzen Augenblick der Schwäche mit der Tochter Loana seines besten Freundes Antoine geschlafen hat. Gewissensbisse plagen ihn und er weiß nicht, wie er es Antoine sagen soll, zumal dieser momentane Eheprobleme hat und dadurch labil zu seien scheint. Loana hat sich in Laurent verliebt und treibt Psychospielchen mit ihm um ihn für sich zu gewinnen. Hier werden immer wieder Thriller Motive eingeworfen, setzen sich aber nie durch oder überwiegen. Erpressung und Verführung stehen hier auf der Tagesordnung. Doch auch dieser Ansatz wird schnell wieder fallen gelassen und somit weiß „Der Vater meiner besten Freundin“ einfach nicht wo er hingehört. Weder Komödie, noch Drama, noch Charakterstudie… einem Genre kann man ihn nicht zuordnen, was es äußerst schwierig macht, eine klare Meinung zu dem Film zu finden. Nach welchen Kriterien schaut man sich diesen Film an? Was sind die Hintergedanken der Macher? Es fehlte hier einfach der Mut, in eine klare Richtung vorzustoßen.

Eins muss man dem Film jedoch lassen. Er ist zu jeder Zeit sympathisch. Zwar hängt dies eher mit den Darstellern als mit der Inszenierung zusammen, doch man kann ihm zu keiner Zeit böse sein. Man möchte den Film einfach gut finden. Doch man sollte ihn nicht im selben Atemzug nennen wie „Ziemlich beste Freunde“, denn dann entsteht ein falsches Bild des Ganzen. Überraschenderweise ist das offene Ende auch genau der richtige Abschluss für den Film und die Vorkommnisse. Wir als Zuschauer können also selbst entscheiden wie es weitergeht und welche Konsequenzen die einzelnen Protagonisten zu fürchten haben. Bei diesem Abschluss fühlt man sich irgendwie wohl.

Fazit

„Der Vater meiner besten Freundin“ ist ein sympathischer Film, welcher besonders durch seine Schauspieler zu überzeugen weiß. Doch macht er genau so viel falsch, wie er richtig macht. Die fehlende Genrezugehörigkeit sowie eine sprunghafte und inkonsequente Inszenierung lassen ihn immer im Schatten anderer Komödien aus Frankreich. Jedoch möchte man diesen Film einfach gut finden und kann ihm nur sehr schwer böse sein.

Autor: Christian Kühnemann

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