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Schwarze Komödie von Alfred Hitchcock basierend auf dem Roman von Jack Trevor Story. Ein Junge findet den toten Harry am Waldrand. Capt. Albert Wiles befürchtet, den Mann bei der Jagd erschossen zu haben und will die Leiche heimlich verschwinden lassen. Doch Harry's Ehefrau scheint auch etwas mit seinem Tod zu tun zu haben.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Die ländlich-malerische Herbstidylle von Vermont scheint nichts trügen zu können, wären da nicht diese drei Schüsse, die plötzlich durch den Wald schallen. Und dieser Störenfried namens Harry, der danach tot in der Gegend rumliegt und den Tag für vier brave Bürger zu einem chaotischen Durcheinander werden lässt. Dabei können sie im Nachhinein dem alten Harry nur dankbar sein, denn trotz seiner Inaktivität wird er unfreiwillig zum Partnervermittler. Amor post mortem sozusagen.  

Die Filme von Alfred Hitchcock waren immer durchzogen von Humor und Ironie, eine reine Komödie konnte er aber seiner über 50 Spielfilme umfassenden Vita nur sehr selten hinzufügen. Wohl besonders dem Punkt geschuldet, dass er seinen Bekanntheitsgrad und Erfolg mit Thrillern erreichte und das Publikum dies von ihm in der Folge einfach erwartete. Tatsächlich musste Hitch eben aus diesem Grund für das Projekt bei Paramount richtige Überzeugungsarbeit leisten. Zumindest in den USA erfüllten sich die Bedenken des Studios und der Film erzielte nicht die gewünschten Einspielergebnisse. Im Rest der Welt sah es jedoch anders aus. Hitchcock selbst bezeichnete den Film als eine seiner „britischsten“ US-Arbeiten, was sich auf den trockenen, schwarzen und trotzdem herzlichen Witz bezog. Eine Eigenschaft, die dieses gerne unterschätzte Lustspiel trotz des bewussten Verzichts auf den typischen Hitchcock-Thrill zu einem wahren Vergnügen für Jünger des Meisters macht. Endlich darf er seine schelmische Ader voll und ganz ausleben und widmet ihr einen kompletten Film.

Sogar eine harmlose Form des Suspense schleicht sich in einigen Momenten ein. Speziell in der Szene, als der Millionär am Stand wartet um endlich mal dem erfolglosen Maler Marlowe (John Forsythe, Topas) ein Bild abzukaufen, dieser es jedoch nicht mitbekommt und stattdessen im Laden alberne Styling-Tipps für reife Damen gibt. Das hat in dem Sinne nicht wirklich etwas mit echter Spannung zu tun, aber genau das Konzept dessen, wie Hitchcock diese in der Regel generierte und interpretierte. Aber das nur als Randnotiz. Viel deutlicher ein klassischer Hitch wird Immer Ärger mit Harry durch das Prinzip des Macguffin. Die Frage, wer genau und wie für das Ableben von Harry verantwortlich ist, das dient nur als Aufhänger um den Plot anzustoßen. Die Auflösung dessen wird am Ende zwar präsentiert, aber ihre Relevanz ist maximal sekundär und wird eigentlich nur noch als Bonus-Erklärung dankend mitgenommen. Im Grunde ist es ein Doppel-Date mit Leiche. Eine leicht schüchterne Romanze zwischen einem (falschen) Seebären (Edmund Gwenn, Mord – Der Auslandskorrespondent) und einer alten Jungfer (Mildred Natwick, Barfuß im Park), sowie besagtem Beinah-Picasso und einer jungen Mutter (bei ihrem Leinwanddebüt: Shirley MacLaine, Das Appartement)…die zu allem Überfluss mit Harry verheiratet war!

Doch nicht nur die frisch gebackene und aus diversen Gründen alles andere als trauernde Witwe begegnet dem Dahinscheiden ihres Gatten mit einer erstaunlichen Gleichgültigkeit, auch der Rest des Quartetts behandelt die Situation nicht gerade mit unter normalen Umständen angebrachter Pietät. Als wenn gerade eine Scheibe zu Bruch gegangen wäre. Ärgerlich halt, nun müssen die Scherben aufgefegt werden. Die Bagatellisierung des Todes mag furchtbar makaber klingen, erscheint aber in der Umsetzung weit weniger geschmack- und respektlos als theoretisch möglich. Hitchcock vermag es die Situation mit feinster Ironie ad absurdum zu führen und seine Figuren eben nicht zu gewissenlosen Schurken verkommen zu lassen. Selbst wenn sie Harry behandeln wie ein lästiges Anhängsel, ihn andauernd ein- und ausbuddeln und nicht eine Spur von echter Reue zeigen. Mit viel Charme, pfiffigen Dialogen, gut gesetzten Pointen und überraschenden Wendungen hält der Film konstant auf hohem Niveau bei Laune und moralisiert nicht unnötig, da er sich einfach als zwar schwarzer, aber nicht ernsthaft boshafter Jux versteht. Was man ihm durchgehend abnimmt.

-„Wo haben Sie Harry diesmal hingelegt?“

-„An seinen Stammplatz, unter der großen Eiche.“

-„Ich hole meine Schaufel…“

Fazit

„Immer Ärger mit Harry“ mag mit Blick auf das Genre sicherlich ein ungewöhnlicher Hitchcock-Film sein, setzt es aber mit seiner unverkennbaren Handschrift und in seiner gewohnten Qualität um. Somit gar nicht mal so exotisch wie so oft behauptet, mehr eine willkommene und gelungene Abwechslung in seiner Werkschau. Äußerst liebenswert und dank trockenem, britischem Understatement bei Hantieren mit einer Leiche auch verdammt amüsant.

Autor: Jacko Kunze

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