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Seit ihrer Jugend sind Singe (Rafe Spall) und Kate Greene (Emilia Fox) ein unzertrennliches Liebespaar. Die beiden gründen eine laute, quirlige Familie und könnten glücklicher kaum sein. Doch ihr Leben wird auf den Kopf gestellt, als bei Kate eine schwere Erkrankung festgestellt wird. Ihre Gedanken kreisen fortan um die Zeit nach ihrem Abschied. Da überkommt Kate eine wundervolle Idee: Sie schreibt unzählige kleine Nachrichten, Gedanken und Liebesbekundungen auf, um weiterhin ein Teil ihrer geliebten Familie zu sein.

Kritik

Immer und immer: Das Leben trifft einen gefühlt vor allem dann immer am härtesten, wenn man es nicht erwartet. Für St John Greene war dies im Jahre 2010, als er seine Frau Kate an Krebs verlor. Mit dem Roman Mum’s List aus dem Jahre 2012 wollte er schließlich seine Erlebnisse aufarbeiten und damit natürlich auch anderen Menschen Kraft, Stärke und Halt in einer Situation geben, in der die eigentliche Unkontrollierbarkeit des Lebens vollends spürbar wird. Nachdem das Buch ein voller Erfolg wurde, folgte schließlich unter der Regie von Niall Johnson auch die filmische Adaption. Ein Mosaik der Liebe und des Lebens, aber eben auch Verlust und Trauer. Herausgekommen ist somit ein Drama, welches trotz seiner manchmal sehr melodramatischen Inszenierung wahrlich kein Auge trocken bleibt und ein klares Gespür für sein heikles Thema hat. Dies liegt wohl vornehmlich an den authentischen Darstellern sowie seiner Konzentration auf das Wort „Immer“. Denn selbst der Tod ist für Erinnerungen und das folgende Leben der Angehörigen nicht das Ende. Und auch Botschaften können Schmerz und Leid überdauern und Trost spenden.

Und dennoch: Auch Gib den Jungs zwei Küsse - Mum's List muss sich in gewisser Weise vorwerfen lassen, am Leid Unterhaltung zu zelebrieren. Doch ist dies zumindest – anderes als vergleichbarer Genre-Kollegen – hier nur die halbe Wahrheit: Denn abseits einiger Klischees (hier vor allem die fehlenden Emotionen der Kinder, die selbst an vielen Stellen nur Beiwerk sind) und einem schicksalshaft, musikalisch untermalten Melodramas, ist der Film von Regisseur Niall Johnson angenehm konzentriert auf seine beiden Hauptfiguren Singe und Kate. Während letztere den Kampf immer wieder aufnimmt und versucht mit lockeren Sprüchen und kleinen Scherzen – die insgesamt die Szenerie auflockern – mit der Krankheit umzugehen, zerbricht für Singe eine ganze Welt. Er ist es schließlich, der allein zurückbleiben wird und sich um seine Kinder kümmern muss und sich ein Leben ohne seine Frau nicht vorstellen kann. Verlust, Trauer, Abschied, Hoffnung und Tod. All dies liegt hier nahbeieinander und wird zudem von den Darstellern (allen voran Emilia Fox) grandios auf den Zuschauer übertragen.

Hier passt sich auch perfekt der zerbrochene Erzählstil des Films ein, der immer wieder zwischen den diversen Zeitebenen hin- und herspringt. Gerade diesem Stil ist es dann auch zu verdanken, dass die Charaktere genügend Zeit bekommen: Egal ob die unsterbliche Liebe zwischen Singe und Kate in den frühen Jahren, ihre glückliche Zeit als Familie, die Diagnose sowie das Leiden und eben der Weg in eine ungewisse Zukunft. Am Ende passt sich alles gekonnt ineinander, sodass die eigentliche Trauerverarbeitung am Ende durchaus heilsam wirkt. Und genau dies ist es auch, was St John Greene mit seiner Geschichte erreichen wollte: Botschaften, Erinnerungen und Liebe reichen über den Tod hinaus. Und auch wenn dies schmerzlich ist, auch das Ende ist nur ein Kapitel von vielen auf unserer Reise. Ein schmerzliches, wie auch Gib den Jungs zwei Küsse - Mum's List eindringlich offenbart, aber eben auch eines, welches das Leben an sich auszeichnet und viele wundervolle Augenblicke hinterlässt.

Fazit

"Gib den Jungs zwei Küsse - Mum's List" ist trotz einiger Klischees und einer musikalisch verstärkten Dramatik im Kern ein hervorragendes wie bewegendes Drama über das Ende eines Lebens geworden. Ein gefühlvolles Mosaik der Liebe und des Lebens sowie von Verlust und Trauer. Sehenswert!

Autor: Thomas Repenning

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