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Die Coming-of-Age-Story erzählt von dem High-School-Studenten Greg Gaines, der sich mit der an Leukämie erkrankten Rachel anfreunden soll.
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Kritik

Wer kennt sie nicht, diese wärmenden, kleinen, lustigen Independent-Coming of Age-Tragikomödien? Filme wie „Little Miss Sunshine“, „It’s kind of a funny story“, „(500) Days of Summer“, „Lars und die Frauen“, „Im Weltraum gibt es keine Gefühle“. Es gibt mehrere von ihnen jedes Jahr, sodass das geneigte Publikum die Tricks und Kniffe der Genre-Vertreter rückwärts pfeifen kann. Humor, der viel zu oft als „quirky“ (schrullig) beschrieben wird, helle Bilder, Musik mit gezupfter Gitarre, oftmals Jugendliche, die sich Fehl am Platze fühlen und immer wieder gerne berühmte Comedians, die Nebenrollen ausfüllen (hier ist das Nick Offerman, "Parks and Recreation"). Auch wenn jedes Jahr mehrere dieser Filme erscheinen, ist es doch oftmals nur einer, der wirklich aus der Masse herausstechen kann. Dieses Jahr ist das „Ich und Earl und das Mädchen“.

Und das fängt schon mit der Inszenierung des Regisseurs Alfonso Gomez-Rejon. Der hat zuvor ein bisschen Werbung gemacht, verschiedene Episoden für „American Horror Story“ inszeniert und zeichnet für das Remake „Warte, bis es dunkel wird“ verantwortlich - er war also vorher eher im Horrorbereich tätig. Und der soll nun einen fluffigen Indie-Film auf die Beine stellen? Ja. Schafft er das? Und wie. Würde man nicht wissen, wer die Regie bei diesem Film übernommen hat, man würde sich mit Sicherheit auf Wes Anderson festlegen. Die dynamischen und oftmals symmetrischen Bilder, die man sonst eben vor allem aus „Grand Budapest Hotel“ kennen mag, sind hier nicht nur oft angewandt, sie sind auch perfekt ausgeführt. Vor allem die Erzählweise am Anfang des Filmes vertraut oft auf die Macht dieser Dynamik und lässt das Entfalten der Geschichte sehr flüssig vonstatten gehen und gewinnt damit die Sympathien des Publikums.

Der Stil der Inszenierung ist jedoch bei Weitem nicht die einzige Eigenschaft, die dafür sorgt, dass „Me and Earl and the Dying Girl“ (Film-Titel sind einfach besser, wenn sie sich reimen) gekonnt ein, zwei Etagen über dem ordinären Indie-Einheitsbrei Platz nimmt. Denn auch wenn der Jugendliche Greg (Thomas Mann, "Project X") hier ein ganz normaler Teenager ist, der jedweder Interaktion mit seiner Umwelt umgeht und sich lieber auf dem Boden rumwindet, als mit anderen was zu machen, fügen der Drehbuchautor Jesse Andrews und Regisseur Gomez-Rejon eine doppelbödige Natur zu seinem Leben hinzu. Und das auch noch so offensichtlich, dass man es als Zuschauer nicht bemerkt. Wenn Greg und sein bester Kollege Earl (RJ Cyler)  dann bekannte Filme nachdrehen oder in Stop-Motion nachstellen und umbenennen (A Sockwork Orange, Eyes Wide Butt, The Turd Man), dann wird daraus nicht nur Gregs oftmals zynischer Humor deutlich, sondern auch seine allgemeine Lebenseinstellung. Und die ist nicht gerade bunt. Mehr soll hier nicht verraten werden, über dieses kleine Film-Juwel. Nur so viel: Nicht verpassen!

Fazit

Wenn man denkt, dass man Indie-Tragikomödien durchschaut hat, belehrt einen „Me and Earl and the Dying Girl“ eines Besseren. Man glaubt dass man ihm immer ein bis zwei Schritte voraus ist, bis er einem klarmacht, dass er den Zuschauer mit Absicht in diesem Glauben gelassen hat. Ein wahrlich besonderer Film, über den man vorher nichts wissen sollte und danach alles wissen möchte. Zeitweise bringt er einen zum Schreien vor Lachen, dann wieder bedrückt er das Gemüt. Kalt lässt er aber nie. Wo sind all meine Superlative hin?

Autor: Levin Günther

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