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Inhalt

Das durch einen schrecklichen Unfall traumatisierte Ehepaar Maggie und Ray wagt einen Neuanfang: Sie pachten das „Motor Way Motel“ in einer kleinen Wüstenstadt für diesen Zweck. Schon bald merkt Ray, dass im Motel mysteriöse und absonderliche Dinge vor sich gehen. Zudem entdeckt er eines Tages einen Spionspiegel, durch den er unerkannt die verruchten Aktivitäten seiner Gäste in Zimmer Nr. 10 beobachten kann. Besessen von diesem Spiegel setzt Ray nicht nur seine Ehe, sondern schlussendlich sein ganzes Leben aufs Spiel …

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Der Impuls, der eine Veränderung oftmals erst in Bewegung setzt, ist nicht selten ein Schicksalsschlag. Die Eheleute Ray (Nicolas Cage, Leaving Las Vegas) und Maggie (Robin Tunney, End of Days – Nacht ohne Morgen) bekommen diese Erkenntnis am eigenen Leibe zu spüren, nachdem sie sich mit dem Tod ihrer Tochter konfrontiert sehen. Das alte Leben und alles, was mit dem Schmerz zusammenhängt, den dieses zuletzt ausgemacht hat, muss abgeworfen und durch neue Aufgaben ersetzt werden. Regisseur Tim Hunter (Das Messer am Ufer) und sein Drehbuchautor Jerry Rapp lassen das Paar alsbald ein Motel in Wüste von Arizona erwerben, welches auf direktem Wege den Anspruch erfüllt, den man sich von diesem Schritt versprochen hat: Neue Aufgaben, genügend Ablenkung. Natürlich aber ist die Sache nicht ganz so einfach.

Für diese emotionale Entwurzelung, die Ray und Maggie vorgenommen haben, um sich ein Stück weit von der Vergangenheit zu distanzieren, verschwendet The Watcher – Willkommen im Motor Way Hotel kaum mehr als fünf Minuten. Tim Hunter begibt sich unterdessen geradewegs in die Obhut der titelgebenden Unterkunft, ein klassisches Motel für Nachteulen, unterstreicht von Synthesizern und Neonlicht. Es ist vor allem die erste Hälfte des Filmes, die sich wirklich gelungen präsentiert, zeigt sich die Regie doch hier ausschließlich daran interessiert, den Alltag der trauernden Protagonisten einzufangen und festzuhalten, wie sie durch den Tapetenwechsel dem Versuch nachgehen, einfach weiterzumachen. Ray gibt sich dabei Renovierungsarbeiten hin, korrigiert schief an die Wand genagelte Porträts aus und entdeckt bald in einer Zwischendecke einen Spiegelspion, mit dem er direkt in ein Zimmer seiner Herberge blicken kann.

Wenn sich die absonderlichen Ereignisse allerdings häufen, Ray und Maggie offenkundig bedroht werden und irgendwann auch um ihr Leben fürchten müssen, dann verliert The Watcher – Willkommen im Motor Way Motel sukzessive an besonnener Kraft, weil er sich dem Trugschluss hingibt, hier tatsächlich doch noch auf ein Ergebnis hinauslaufen zu müssen, anstatt zusammen mit seinen Hauptakteuren in den Tag zu leben. Und genau da wirkt das Narrativ reichlich krampfhaft, hat man der Inszenierung zuvor doch durchaus angemerkt, dass sie geraumen Gefallen daran fand, sich treiben zu lassen, die Trauer von Ray und Maggie niemals offensiv in den Primärtext zu rücken, aber gleichwohl Wege aufzuzeigen, wie das Pärchen mit ihrem Verlust umgeht. Nicht nur Verantwortung ist hier ein Ansatz, sondern auch die Sexualität.

Denn nachdem Ray seine voyeuritische Ader entdeckt hat und seine Gäste nicht selten beim erotischen Treiben beobachtet, scheint auch in ihm das Verlangen zu erwachen, sein Leid durch ausgeprägte körperliche Lusterfahrungen verdecken zu wollen. Dass The Watcher – Willkommen im Motor Way Motel diesen Gedanken nicht vertieft, ist angesichts der doch reichlich drögen Entwicklung der Geschichte durchaus ärgerlich. Dennoch überzeugt der Film bis zu einem gewissen Punkt als eine schier aus der Zeit gefallene Bestandsaufnahme, die in der Korrelation von Schrecken und Normalität nicht nur von Stephen King (Friedhof der Kuscheltiere) beeinflusst scheint, sondern auch mit einem Nicolas Cage aufwartet, der hier noch einmal ungemein zurückhaltend in Erscheinung tritt, bis er sich mit der Veröffentlichung von Mandy demnächst auch in Deutschland erneut bis ins Delirium wüten darf.

Fazit

"The Watcher – Willkommen im Motor Way Motel" mag kein Meisterwerk sein, doch im Vergleich mit den zuvor erschienenen Nicolas Cage-Werken ist Tim Hunters Regiearbeit überaus gelungen. Gerade die erste Hälfte weiß als entschleunigte Bestandsaufnahme zu überzeugen, irgendwann jedoch verliert sich der Film in drögen, unzählige Male bereits gesehenen Genre-Plattitüden. Bis dahin aber "The Watcher – Willkommen im Motor Way Motel" durchaus gelungen, nicht zuletzt, weil Nicolas Cage wirklich zurückgenommen agiert.

Autor: Pascal Reis

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