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Inhalt

Maurische Truppen verwüsten das Grenzland zum christlichen Spanien, töten Geistliche und verwüsten Kirchen. Der spanische Edelmann Rodrigo Díaz betritt eher zufällig das Kampfgebiet, sieht die Zerstörungen und kann in einem kurzen Gefecht die Mauren unschädlich machen. Unter den Gefangenen befinden sich fünf hochrangige Muslime, unter ihnen der Al-Mutamin, der Emir von Saragossa. Er lässt sie entgegen der Order des Königs frei. Er scheut nicht den Kampf gegen die Muslime, will aber völlig zu Recht sie nicht weiter provozieren und so weitere Christen im Grenzgebiet gefährden. Die Freigelassenen sind über diese Geste verwundert. Rodrigo Díaz will jedoch die Spirale des Hasses nicht noch weiter nach oben schrauben, aus berechtigter Furcht vor Racheaktionen der Söhne der Wesire gegen die christlichen Spanier im Grenzland.

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Kritik

Zwar nicht gänzlich in Vergessenheit geraten, beschleicht einen dennoch immer wieder das Gefühl, dass Anthony Mann (Die Farm der Besessenen) in der Gegenwart nicht die Anerkennung widerfährt, die sich der 1906 in San Diego geborene Filmschaffende redlich verdient hat. Seine Western, vornehmlich mit dem großen James Stewart (Vertigo – Aus dem Reich der Toten) besetzt, haben durch ihre alternativen Gedanken frühzeitig das Zeug zu Klassikern mit sich getragen, genauso wie seine Beiträge zum Film noir, die wunderbar aufzeigen, mit was für einem Stimmungsgespür Mann zu Werke schreiten konnte – Flucht ohne Ausweg ist ein Paradebeispiel für die inszenatorische Kompetenz seines Regisseurs. Umso irritierender erweist sich der Umstand, dass ausgerechnet El Cid, eine 6 Millionen US-Dollar verschlingende Großproduktion aus dem Jahre 1961, den Zuschauer seltsam unberührt lässt.

Irritierend deswegen, weil El Cid eigentlich all die motivischen Aspekte in sich vereint, die Filme wie Winchester '73, Nackte Gewalt und Über den Todespass so hochwertig gemacht haben: Der Auseinandersetzung mit dem inflationär genutzten Begriffs des Helden. El Cid (Charlton Heston, Ben Hur) zählt zu den schillernden Ikonen Spaniens, was Anthony Mann zum Anlass hätte nehmen soll, diesen Ikonen-Status auf den Prüfstand zu stellen und, mindestens, berechtigte Zweifel daran zu äußern. Denn obgleich sich der edelmütige Ritter (mit Erfolg) daran versucht hat, ein vereintes Spanien in die Wege zu leiten, so ist seine Position als Botschafter des Friedens doch eine fragwürdige, wenn sich El Cid dennoch grundsätzlich dazu berufen sieht, zum Schwert zu greifen und die aufständischen Mauren in die Schranken zu weisen.

El Cid aber begreift sich als geschichtsträchtiges Breitwandepos, in dem es nicht um das Hinterfragen von nationalem Heldentum geht, sondern um deren Bestätigung: Anthony Mann befeuert hier die reinrassige Legendenbildung einer historischen Persönlichkeit, die mit ihrem Tod am 10. Juli 1099 ohnehin vollkommen unantastbar geworden ist. Dabei beschwört das Ausstattungsspektakel in einigen Augenblicken erfreuliche Impulse dahingehend, wie El Cid aussehen hätte können, wenn Mann nicht den Druck eines millionenschweren Prestigeprojekts im Nacken gehabt hätte. Die Freundschaft zwischen El Cid und Al Mutamin (Douglas Wilmer, Gruf der Vampire), dem Emir von Saragossa, zeichnet das Drehbuch in angenehmer Feinfühligkeit nach und veräußert ihre Bindung auch als Sieg über den religiösen Hass. Die Szenen zwischen den beiden Männer jedenfalls haben mehr Gefühl als das Zusammenspiel zwischen Heston und Sophia Loren (Hausboot).

Auch das ist ein Problem von El Cid: Die Beziehung zwischen dem Helden und seiner Frau, Jimena Diaz, verbleibt– trotz aller Erschütterungen – durchweg kalt, was wohl auch dem Spannungen geschuldet ist, die sich zwischen Charlton Heston und Sophia Loren hinter den Kulissen aufwiegelten (Grund dafür war Lorens Gage, die die von Heston überstieg). Als wirklich gelungen lässt sich El Cid nur unter dem Blickwinkel des Produktionsaufwandes bezeichnen. Die Massenszenen sind beeindruckend und erheben das dreistündige Monumentalwerk zur von verschwenderisch-schwelgerischer Ausstattungswut angetriebenen Historienikonographie. Hätte sich der Film mit der gleichen Vehemenz auch der Zeichnung seiner Hauptfigur gewidmet, wäre hier zweifelsohne eine Genre-Referenz möglich gewesen. So jedoch ermüdet das hagiografische Abbild des spanischen Heroen weitestgehend – mag sich Charlton Hestons Starperson auch durchaus effektiv gestalten.

Fazit

Mit "El Cid" liefert Anthony Mann zwar eine seiner größten, aber gleichzeitig auch eine seiner enttäuschendsten Produktionen ab. Inszenatorisch kann das Breitwandepos durch wunderbare Kulissen und Massenszenen überzeugen, während dem Film die inhaltliche Grundierung fehlt. Die Legendenbildung der Hauptfigur, von der hier alles ausgeht, ermüdet in seinen 190 Minuten dann doch größtenteils.

Autor: Pascal Reis

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