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Auf holprigen Straßen fährt Alice mit ihrem Sohn im voll gepackten Kombi einem neuen Leben entgegen. Mit Alice lebt hier nicht mehr beweist Regisseur Martin Scorsese, dass er sich im ländlichen Südwesten ebenso zu Hause fühlt wie in den urbanen Straßenschluchten des Big Apple, die sein filmisches Markenzeichen sind.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Die junge Alice (Ellen Burstyn) träumt von einem Leben als Sängerin. In einer visuell eindringlichen Anfangssequenz, in welcher sich ihr melodischer Gesang nahtlos in die Kulisse eines träumerischen Abendrots einfügt, berichtet uns Regisseur Martin Scorsese (Wie ein wilder Stier) von ihrer grenzenlosen Sehnsucht. Jahre später sieht die Realität für sie jedoch gänzlich anders aus. Als unterdrückte Hausfrau hat sie nicht nur mit der Erziehung ihres frechen Sohnes zu kämpfen, sondern leidet vor allem unter ihrem missmutigen und gewaltbereiten Ehemann. Dessen plötzlicher Tod lässt Mutter und Kind zwar ohne Geld und Zukunftsperspektive dastehen, ermöglicht es Alice jedoch auch an die Träume ihrer Kindheit anzuknöpfen. Ohne eine andere Möglichkeit steigen die beiden ins Auto und eröffnen damit ein Roadmovie, welches wie so oft weniger an den schäbigen Motels und finsteren Bars entlang des Weges, sondern vielmehr an einer Reise in sich selbst interessiert ist.

Auch wenn Alice alsbald erfahren muss, dass ihr Weg von Enttäuschung begleitet wird und ihre Träume wohl für immer Träume bleiben werden, lernt sie dennoch sich in der Welt zu behaupten. Zwischen Naivität und Einfallsreichtum erkämpft sie sich und ihrem Sohn zwar keinen Platz an der Sonne, aber immerhin einen in der wirklichen Welt. Martin Scorsese fängt dies in unscheinbaren Bildern ein, verlässt den harten Boden der Tatsachen höchsten dann, wenn Alice zu einer ihrer ebenso holprigen wie emotional mitreißenden Gesangsnummern ansetzt. Er übt sich in Zurückhaltung und bietet vor allem den durchaus feinfühligen Dialogen und der namhaften Riege an Darstellern Platz, die sie vortragen. So sind die Auftritte von Harvey Keitel (Pulp Fiction), Kris Kristofferson (Lone Star) und Jodie Foster (Das Schweigen der Lämmer) zwar mitunter nur kurze, aber nichtsdestotrotz überaus einnehmende Momente.

An seine Grenzen stößt der Film immer dann, wenn er seine warmherzigen Momente voller Zwischenmenschlichkeit und Humor auf eine bedeutsamere Ebene hieven und ihnen dadurch eine symbolische Bedeutung verleihen will, welche das Drehbuch selbst jedoch nie rechtfertigt. Gerade in dieser behaupteten Allgemeingültigkeit verliert sich dieser so untypische Film von Scorsese in moralischen Fragwürdigkeiten und schneidet Themen an, welche er besser gar nicht erst beachtet hätte. So ist Alice lebt hier nicht mehr letztlich keine der markantesten, aber nichtsdestotrotz eine der essentiellsten Wegpunkte in der Karriere Scorseses. Auch wenn das vielleicht weniger am Film selbst, als vielmehr an dessen internationalem Erfolg liegt, welcher es dem berühmten Filmemacher ermöglichte, seine eigene Vision von Taxi Driver künstlerisch vollends unabhängig auf Film zu bannen.

Fazit

“Alice lebt hier nicht mehr“ erinnert kaum an den prominenten Namen auf dem Regiestuhl. Martin Scorseses Roadmovie über eine verzweifelte Mutter erzählt von der Sehnsucht nach einer besseren Zukunft, der Unfähigkeit auszubrechen und letztlich der gleichsam bitteren wie erlösenden Erkenntnis, dass das Leben nicht an vagen Traumorten, sondern in der Gegenwart stattfindet.

Autor: Dominic Hochholzer

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