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Die argentinische Gemeinde Epecuén ist eine Geisterstadt. Einstmals zählte der Ort zu den beliebtesten Ferienzielen des Landes. Tausende Touristen kamen Jahr für Jahr, um in den heißen Thermalquellen zu baden. Doch im November 1985 wurde Epecuén von einer zehn Meter hohen Springflut überschwemmt. Als das Salzwasser nach über dreißig Jahren zurückging, hinterließ es eine verwüstete Ruinenlandschaft. Jetzt ist eine Gruppe junger Dokumentarfilmer nach Epecuén gekommen, um einen Film über die zerstörte Stadt zu drehen. Die Gerüchte, dass dort immer wieder Besucher verschwunden sind, werden ignoriert. Als jedoch das Auto der Filmcrew eine Panne hat, wird die Exkursion zum grausamen Horrortrip. Denn Epecuén ist keinesfalls so menschenleer wie man angenommen hatte. Und die Bewohner betrachten die Neuankömmlinge als Beute …

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Das spannendste am argentinischen Backwood-Horrorfilm What the Waters Left Behind (OT: Los olvidados) ist sicherlich seine Location: Epecuén, einst eine touristische Hochburg in Argentinien, wurde 1985 vollkommen überschwemmt und blieb knapp 25 Jahre komplett unter Wasser verloren, mitsamt einem Teil der damaligen Bevölkerung. Den beiden Brüdern Nicolás und Luciano Onetti (Francesca) spielt die heutige Ruinenstadt für ihren Dreh damit in die Hände, bietet sie sich für einen atmosphärischen Horrorfilm geradezu an. Was die beiden mit ihrem fertigen Film aber letztendlich abliefern ist nicht nur eine verpasste Chance, sondern in allen Punkten ganz großer Mist. 

Dass der originale The Texas Chain Saw Massacre von Tobe Hooper aus dem Jahre 1978 als Vorlage für What the Waters Left Behind diente, dürfte schon in den ersten Minuten deutlich auffallen. Sich Inspiration bei Genreklassikern zu suchen soll auch niemandem verwehrt sein, gern hätte man den Film als Homage, die noch genügend eigene Akzente setzt, aufziehen können. Daran schienen die Onetti-Brüder jedoch gar nicht zu denken, stattdessen wird auf ganz freche Art kopiert, teilweise sogar, indem ganze Szenen 1:1 übernommen wurden, wie beispielsweise die legendäre Dinner-Szene. Das ist nicht nur dreist und wenig innovativ, es erfolgt hier auch noch in einem handwerklich schlechten, anateurhaften Stil.

Abgesehen davon tut sich What the Waters Left Behind in jeder weiteren Hinsicht schwer: Die Hauptakteure sind allesamt austauschbar und unsympathisch, wer von ihnen draufgeht spielt keine Rolle. Dafür, dass sich der Film aber rund die Hälfte seiner Spieldauer Zeit lässt, ihrem drögen oder gar dämlichen Treiben zu folgen, um sie uns damit näherzubringen, scheitert er beim Aufbau einer Bindung auf ganzer Linie. Aber auch die Killer, merkwürdig gekleidete Freaks, die ab der Hälfte aus den Ruinen hervorkommen, könnten nicht weniger aufregend sein. Weder wissen die Regisseure etwas mit ihnen anzufangen, noch wie man eine bedrohliche Atmosphäre aufgebaut. Wer sich an The Hills Have Eyes erinnert fühlt, tut das nur durch die Situation bedingt, ein qualitativer Vergleich wäre witzlos. 

Das liegt unter anderem daran, dass es keinerlei Survival-Elemente im Film gibt. Sobald die Killer auftauchen, sterben die Figuren der Reihe nach einfach, was hier mit den denkbar langweiligsten Kills über die Bühne gezogen wird. Für einige von ihnen lässt sich der Film aber am Ende noch ein wenig Zeit und zelebriert das Ganze noch einmal mit einer Portion schlecht umgesetzten Torture-Porns mitsamt einer widerwärtigen Vergewaltigungsszene obendrauf, mit der man seinem beschämenden Film womöglich noch eine provokante Note verpassen wollte, damit von diesem zumindest irgendetwas beim Zuschauer hängen bleibt. Mit dem an den Haaren herbeigezogen und äußerst bescheuerten Twist wird das jedenfalls nicht gelingen. 

Fazit

Abgesehen von seinem faszinierenden Schauplatz und einiger hübscher Aufnahmen ist "What the Waters Left Behind" ein in jeder Hinsicht missratener Horrorstreifen, mit dem man seine Zeit nicht verschwenden sollte. 

Autor: Sebastian Stumbek

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