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In "Der Unglücksbringer: Das Leben und die Tode des Robert Durst" geht es um den Erben eines New Yorker Immobilienimperiums, der innerhalb von 30 Jahren in drei Mordfällen auf der Anklagebank saß. Der hochintelligente Eremit Robert Durst wurde von den Medien gnadenlos in die Mangel genommen und hat sich vor dieser Serie nie öffentlich geäußert. Zehn Jahre lang recherchierten die Filmemacher, bis sie schließlich Geheimnisse aufdeckten, die den Behörden jahrzehntelang Rätsel aufgegeben hatten.

Kritik

Wie heißt es so schön: Die unglaublichsten Geschichten schreibt das Leben selbst. Diese Redewendung trifft nur allzu gut auf den Fall Robert Durst zu, dessen Geschichte Stoff für jeden ambitionierten Drehbuchautor wäre, der einen packenden Krimi-Thriller im Sinn hat. Tatsächlich diente das Leben von Durst bereits als Hintergrund für Regisseur Andrew Jarecki ("Capturing the Friedmans"), welcher die Hintergründe als Inspiration für seinen Film "All Beauty Must Die" nutzte. Aufgrund prominenter Star-Besetzung und kommerziellem Anklang zeigte sich Durst höchstpersönlich daran interessiert, mit Jarecki in Kontakt zu treten und ein Interview mit ihm zu führen.

Dieses Interview war schließlich Grundlage für "The Jinx: The Life and Deaths of Robert Durst". Jarecki schuf eine sechsteilige Dokumentationsserie für HBO, in der er das komplette Leben der porträtierten Person rekonstruiert und vor allem die juristischen Aspekte beleuchtet, in die Durst bereits verstrickt war. Durst selbst ist der Erbe von Seymour Durst, ein reicher Immobilienmogul aus New York, der seinem Sohn und dessen Bruder Douglas ein Imperium hinterlassen hat. Aufgrund von Streitigkeiten zwischen den Geschwistern schied Robert allerdings aus dem Unternehmen aus und erhielt ein Vermögen als Abfindung. Nichtsdestotrotz ist der wohlhabende Exzentriker ein Enigma, nach dem zeitweise in Los Angeles, New York und Texas polizeilich wegen Mordes gefahndet wurde.

Jarecki zeichnet diese Verwicklungen und Begebenheiten in seiner Dokumentationsreihe nach und das auf äußerst gelungene Weise. Der Regisseur kombiniert existierende Archivaufnahmen, geführte Interviews mit sämtlichen Beteiligten sowie fiktiv inszenierte, nachgestellte Szenen zu einem aufsaugenden Kaleidoskop wirrer Verstrickungen, verblüffender Erkenntnisse, hochinteressanter Querverweise und rätselhafter Spurensuche. Die Machart von "The Jinx: The Life and Deaths of Robert Durst" ist außerdem zutiefst filmisch geprägt. Durch die ausgefeilte Schnittarbeit, den Einsatz toller Musikuntermalung sowie ein ausgeklügeltes Spiel mit wechselnden Zeitebenen und Perspektiven ist diese Mini-Serie nicht bloß faktengetriebene Rekonstruktion, sondern erweckt Robert Durst als lebendigen Mythos vor den Augen des Betrachters zum Leben. Dabei entfaltet sich nach und nach eine immer verblüffendere Geschichte, die einen ständig  erstaunt sowie nachdenken und mitfiebern lässt, was da wohl noch kommen mag.

Zuviel verraten soll an dieser Stelle nicht mehr werden, denn Jareckis Werk lebt in erster Linie von der einschneidenden Authentizität, welche mit ständigerUnvorhersehbarkeit gepaart wird und so ist es ideal, sich vorab möglichst wenig über Durst selbst zu informieren. Wie es den Verantwortlichen allerdings auf der Zielgeraden gelingt, mithilfe eines entscheidenden Details am Ende des vorletzten Kapitels und schließlich im Finale den Bogen von einer dokumentarischen,unglaublich dynamischen Nacherzählung hin zu einem wirklich mitreißenden Thriller-Konstrukt zu spannen, ist abschließend nochmal ein wahrer Triumph, der "The Jinx: The Life and Deaths of Robert Durst" wahrlich schweißtreibend wie furios beendet.

Fazit

Andrew Jarecki ist mit seiner dokumentarischen Mini-Serie ein kleiner Geniestreich geglückt. Dieses Format, welches den Mythos um eine zutiefst rätselhafte, fragwürdige Persönlichkeit virtuos zu pulsierender Intensität belebt, ist so verblüffend, mitreißend und mitunter schockierend, dass man zeitweise vergisst, hier eine wahre Begebenheit zu verfolgen. 

Autor: Patrick Reinbott

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