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Inhalt

Wo versteckt man einen 15 Meter großen Riesen mit Appetit auf Blech? Der kleine Hogarth hat eine blühende Phantasie, aber diesmal bildet er sich wirklich nichts ein: Beim Spielen im Wald entdeckt er einen riesigen Roboter, der aus dem Weltall auf die Erde gefallen ist - und der ist ganz real! Von nun an hat Hogarth einen großen Freund, der aber immer wieder für Schwierigkeiten sorgt. Denn obwohl der Riese im Grunde harmlos ist, sind die Bürger des nahen kleinen Städtchens erschrocken und glauben sich in Gefahr. Ein von der Regierung geschickter Agent soll Abhilfe schaffen. Doch mit Mut und selbstlosem Einsatz gelingt es den beiden Verbündeten, die Stadtbewohner rechtzeitig von Ihren Ängsten und Vorurteilen zu befreien. In solchen Zeiten merkt man, aus welchem Stoff wahre Freunde gemacht sind - manchmal sogar aus Eisen.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Bevor Brad Bird den Animationssektor unter der Flagge von Pixar mit Die Unglaublichen und Ratatouille maßgeblich prägte, um anschließend seine Feuertaufe im hochbudgetierten Blockbusterkino mit Mission Impossible: Phantom Protokoll mit Bravour zu bestehen, hat der Filmemacher, der sich einst seine Sporen als Animator bei Walt Disney verdiente, bereits 1999 mit seinem Debüt einen wahren Klassiker des (größtenteils) klassischen Zeichentricks abgeliefert: Der Gigant aus dem All. Vom Feuilleton einmütig mit Lobeshymnen versehen, hat das Publikum, womöglich auch aufgrund der kontraproduktiven Vermarktungsstrategien, das Abenteuer um Hogarth Hughes (gesprochen von Eli Marienthal, American Pie – Wie ein heißer Apfelkuchen) und seinen 15 Meter großen Freund aus dem All (gesprochen von Vin Diesel, Fast & Furious 7) weiträumig gemieden. Tragischerweise erfahren dieses verkennende (Leinwand-)Schicksal unzählige Meilensteine, die – zum Glück – auch daraufhin zum immer wieder Entdecken einladen.

Und wer sich noch nicht die Zeit genommen hat, um sich von der filmischen Schönheit eines Der Gigant aus dem All zu überzeugen, dem sei an dieser Stelle gesagt: Nachholen, nachholen, nachholen! Brad Bird beweist in seinem Erstlingswerk bereits genau die Qualitäten, die in den Folgejahren dafür verantwortlich waren, dass Die Unglaublichen und Ratatouille noch in 100 Jahren mit Pläsier goutiert werden: Seine Erzählung ist immer ganz nah an den Charakteren, ihrer Lebensrealität und ihren Empfindungen. Seit dem Verlust des Vaters, der niemals in den Primärtext gezogen wird, um den Zuschauer mit Nachdruck zu emotionalisieren, versucht Hogarth einen treuen Gefährten für sich zu finden, um endlich anzukommen. Dass es sich dabei ausgerechnet um einen gigantischen Roboter aus dem Weltall handeln soll, hätte sich der aufgeweckte Junge natürlich nicht träumen lassen – und wir als Zuschauer staunen mit ihm.

Der Gigant aus dem All berichtet aus einer Zeit, in der sich das nationale Klima innerhalb der Vereinigten Staaten zu einem regelrechten Ausbund der Hysterie verdichtet hat: Kommunisten und unheimliche Begegnungen der dritten Art schürten Kollektivängste, der Kalte Krieg fröstelte vor sich hin, die Sowjetunion entsendete mit der Sputnik I den ersten künstlichen Erdsatellit und die Panik vor dem atomaren Holocaust wurde längst in den Lehrplan eingeführt. Als Peroid Picture gelingt es Der Gigant aus dem All nicht nur oberflächlich, den Charme der späten 1950er Jahre zu emulieren, Brad Birds Gespür für Befindlichkeiten kanalisiert sich im sozialen wie politischen Programm der Narration und schwingt sich zu einer parabolischen Ode an die Freundschaft auf, wie sie in dieser märchenhaften Magie wohl zuvorderst Künstler des Kalibers Steven Spielberg (E.T. - Der Außerirdische) oder Hayao Miyazaki (Mein Nachbar Totoro) mit Stolz erfüllt.

Fazit

Mit "Der Gigant aus dem All" hat Brad Bird ein Debüt abgeliefert, welches nicht nur durch die wunderbare Menage aus klassischem Zeichentrick und moderner Computeranimation begeistert, sondern auch durch die einfühlsame Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft, die sich über alle äußeren Widrigkeiten hinwegsetzt. Das ist Kino für den Verstand und das Herz. Große Klasse!

Autor: Pascal Reis

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