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Inhalt

Bill (Richard Gere) und seine Freundin Abby finden Arbeit auf einer Farm in Texas. Der reiche, todkranke Farmer (Sam Shepard) verliebt sich in Abby. Bill möchte, dass sie ihn heiratet, damit sie der Armut entkommen. Doch der Farmer stirbt nicht, und Bills Eifersucht wird unerträglich ...
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

„Der Teufel war nicht mal mehr in der Hölle, er war hier auf der Farm.“

Seit The Tree of Life (2011) hat sich Terrence Malick im gestandenen Alter doch noch zu einem emsigen Filmemacher entwickelt, der in regelmäßigen 1-2 Jahresabständen mit einem neuen Projekt präsent ist. Das war nicht immer so und beinah konnte man schon glauben, dass sein zweiter Spielfilm auch sein letzter bleiben würde. Nach In der Glut des Südens verschwand er mehr oder weniger von der Bildfläche um erst 20 Jahre später mit dem Mammutwerk Der schmale Grat wieder aufzutauchen. Gut Ding will Weile haben, aber so konsequent hat das wohl selten jemand beherzigt. Auch wenn besonders über die neueren Arbeiten des Regisseurs unterschiedliche Meinungen herrschen, es wäre eindeutig ein herber Verlust für die Filmwelt gewesen, selbst wenn nur der Diskussion über ihn und sein Schaffen wegen.

In der Glut des Südens transportiert den Zuschauer ins provinzielle Virginia des Jahres 1916. Dorthin hat es Bill (Richard Gere, Atemlos), seine Geliebte Abby (Brooke Adams, Dead Zone) und seine kleine Schwester Linda (Linda Manz, The Wanderers) verschlagen, nachdem Bill im Affekt seinen Boss erschlagen hat und Hals über Kopf fliehen musste. Um unauffälliger zu bleiben geben er und Abby auch sich als Geschwister aus, als sie als Tagelöhner auf den Weizenfeldern eines Großgrundbesitzers (Sam Shepard, Cold in July) anheuern. Durch Zufall erfährt Bill, dass dieser todkrank ist und vermutlich kein Jahr mehr zu leben hat. Er überredet Abby, mit dem Totgeweihten anzubandeln, um ihnen drei nicht nur kurzfristig einen Platz am Tisch des Herrenhauses zu gewähren, sondern mittelfristig es zu dem ihrigen zu machen. Ein so durchtriebenes wie gewagtes Spiel, denn als sich ärztliche Prognose nicht zu erfüllen scheint und der Farmer sich nach wie vor bester Gesundheit erfreut, beginnt Abby zu allem Überfluss auch noch echte Gefühle für ihren neuen Gatten zu entwickeln. Und dieser im Gegenzug erhebliche Zweifel an einem angeblich nur sehr engen Bruder-Schwester-Verhältnis.

Terrence Malick erzählt seine fatale Dreiecksbeziehung als poetische, alttestamentarisch inspirierte Metapher über Himmel und Hölle, die angestrebte Eroberung eines vermeidlichen Paradieses und eine unausweichliche Tragödie, die die Beteiligten eigentliche kommen sehen müssten, sich aber stur von jedweder Intuition abwenden um ihren Traum von einer besseren Zukunft bzw. das Glück im Hier und Jetzt nicht aufgeben zu müssen. Malick stellt wie auch in späteren Werken immer mal wieder (ganz explizit natürlich in Der schmale Grat) den krassen Kontrast  der fremd- und selbstzerstörerischen Art des Menschen der friedvollen, sich im Einklang befindlichen Natur gegenüber, die letztlich wie alle – im Gegensatz zu ihnen allerdings völlig unschuldig - unter den Folgen von Gier, Eifersucht, Hass und dem scheinbar unkontrollierbaren Drang nach der Auslöschung alles Reinen und Erhaltenswerten zu leiden hat. Als wenn der Mensch dazu geschaffen wäre unzufrieden und missgünstig zu sein, nur um in letzter Instanz auch das Wenige zu vernichten, was er eigentlich schon innehatte.

Was so vielleicht nach einer aufdringlichen, prätentiösen Selbstbeweihräucherung mit Gottesdienstcharakter klingen mag, wirkt keinesfalls selbstgefällig oder überladen. In der Glut des Südens (im Original wesentlich passender: Days of Heaven) verwendet diese Parallelen und Bezüge mehr unterstützend als das er durch sie einen auch unabhängig davon existenten Plot ersetzt. Malick wird nie ausschweifend, erzählt seine Geschichte bald ungewohnt straff und auf das Wesentliche angenehm fokussiert. Von Ennio Morricone mit einer melancholischen, sehnsüchtigen Komposition begleitet und wahrhaft meisterlich bebildert. Wie eine Galerie lebendiger Gemälde von ewigen Sonnenauf- und Untergängen, bis hin zur Heuschreckenplage und einem flammenden Inferno. Alles berichtet aus der Sicht eines kleinen Mädchens, durch dessen noch naiven, aber keinesfalls blinden Augen die wahre Tragweite der Ereignisse nicht allzu verfälscht wiedergegeben wird. Manchmal gar ehrlicher und direkter.

„Ich wette, der Teufel guckte uns zu und lachte sich kaputt…Mit uns muss er mehr als zufrieden gewesen sein.“

Fazit

Eine schwermütige, gleichwohl erstaunlich wenig sperrige Parabel über die Natur des Menschen und seinen Hang zur Selbstzerstörung, angetrieben von niederen Gelüsten und ohne Rücksicht auf Verluste. Ästhetisch formvollendet, teils majestätisch und trotz seines Inhalts keinesfalls moralinsauer oder belehrend im negativen Sinne. Einfach hervorragend beobachtet, sehr clever adaptiert und noch nicht so versteift darauf, nur durch seinen Subtext und höhere Deutungsebene existenzberechtigt zu sein.

Autor: Jacko Kunze

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